Wie alles begann

Wie alles begann

Wenn mich heute jemand fragt, wie ich dazu gekommen bin, Häkelanleitungen zu schreiben, muss ich immer ein wenig schmunzeln. Denn eigentlich war das nie geplant.

Irgendwann um 2017 habe ich wieder mit dem Häkeln begonnen. Ganz unspektakulär mit einer Granny-Square-Decke – nur für mich, ohne große Pläne.

Ein Jahr später nahm ich an meinen ersten CALs teil und kaufte die ersten Anleitungen. Doch 2019 stand ich wieder vor dem gleichen Problem: Ich wollte eine neue Decke häkeln, fand aber nichts, was meinen Vorstellungen entsprach. Entweder waren die Decken quadratisch oder die Muster gefielen mir nicht.

Während einer Fahrt nach Rom nahm ich deshalb einfach Wolle mit und begann zu experimentieren. Mein Ziel war eine rechteckige Decke. Da ich Reliefstäbchen schon damals besonders mochte, entstanden die ersten Muster natürlich mit Reliefstäbchen.

Als die Decke fertig war, zeigte ich sie in der Facebook-Gruppe, aus der ich die Wolle bezogen hatte. Die Resonanz war überraschend. Allerdings wollte kaum jemand eine Decke nachhäkeln – sie war dafür schlicht etwas klein geraten.

Stattdessen kam immer wieder die gleiche Frage:

"Könntest du daraus nicht ein Tuch machen?"

Die Antwort war eigentlich ganz einfach:

"Häkeln kann ich. Aber wie schreibt man eine Anleitung?"

Zum Glück gab es in der Gruppe Melanie. Ich fragte sie, ob sie mir helfen würde. Und sie sagte tatsächlich Ja.

Also begann ich, jede einzelne Masche aufzuschreiben. Reihe für Reihe. Melanie brachte meine Notizen anschließend in eine verständliche Form. Später kam noch eine weitere Häklerin dazu, die ausschließlich nach der Anleitung arbeitete. Gemeinsam fanden wir Fehler, verbesserten Beschreibungen und optimierten einzelne Abschnitte.

So entstand schließlich mein erstes eigenes Design: Maniac on the Hook.

Damals gab es noch keine Häkelschrift. Wir waren überzeugt, dass die vielen Reliefstäbchen viel zu unübersichtlich wären. Doch auch dafür fand sich eine Lösung. Eine weitere liebe Häklerin aus der Gruppe erklärte sich bereit, alle Teile von Hand zu zeichnen – eine Arbeit, die heute kaum noch vorstellbar ist.

Aus einer kleinen Idee auf einer Autofahrt wurde schließlich ein CAL.

Und rückblickend betrachtet war das wohl der Anfang von LillyLoop.

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